Freitag, 16. Oktober 2015

KunstProjekt PFEILArt@Hintersee in AT

Liebe Kunstfreunde, 

ich packe gerade meine 7 Sachen: Leinwände, Blocks, Pinsel, Farben, Stifte, Fotoapparat und Laptop mit Photoshop.
Und natürlich warme Kleidung und dicke Schuhe, denn am Mittwoch breche ich auf nach Hintersee im Salzburger Land, und dort ist es kalt. Anstatt den Herbst in wärmeren Gefilden zu verbringen folge ich dem Ruf des kreativen Herzens; und stelle mich der Kälte im tiefen Tal, dem Wind der zwischen den Bergen hindurchjagt, dem Nebel, der über dem See hängt und den Wölfen, die dort auf Du und Du mit den Einheimischen sind.
Ich freue mich sehr, im letzten Urlaub diesen Sommer bei über 30 Grad im Schatten genau dort den österreichischen Künstler Bernd Horak mit seinen zwei Wölfen kennengelernt zu haben. Eingebung, Intuition, der berühmte 7. Sinn, oder die Verbindung nach ganz oben, die die meisten Hochensiblen haben… jedenfalls bin ich einfach in dieses Kunsthaus hineingegangen, nachdem auf mein Klingeln keiner reagiert hat, die Türe offen stand und coole Musik von drinnen an meine Ohr drang und mich hereinlockte.

Plötzlich begrüßten mich auf Herzlichste die beiden Wölfe (ok, Wolfshunde), die auf die Namen Käpten und Meister hören, und der Meister Horak höchstpersönlich tauchte auch auf und lud mich gleich spontan auf einen Drink ein.
  
Nun, gerade mal 8 Wochen später, bin ich zu Gast bei dem Künstler und liebenswürdigen Menschen Bernd Horak in seinem Kunsthaus Hintersee und habe das ganze Projekt PFEILArt@Hintersee getauft. Alles Andere ist offen. Mal sehen was vom 22.10. bis zum 30.11.2015 dort alles entsteht, mich inspiriert, passiert und kreiert wird.
Wohnen werde ich wieder im Ebner's Hotel, die mich mit herrlichem österreichischen Essen (fast so gut wie von meiner Oma!) bekochen werden, so dass ich mich um solch profane Dinge wie Nahrungsaufnahme nicht kümmern muss. 

Ich freue mich auf Hintersee, ich freue mich auf Bernd Horak und die Wölfe, ich freue mich auf den See und ich freue mich auf eine spannende Kreativzeit @Hintersee!


Wenn Ihr wollt, verfolgt die Zeit und mein Schaffen hier auf meinem Blog (also am Besten abonnieren). Es wird regelmäßig (geplant = täglich) Einträge geben. 

Sehen wir uns ab Donnerstag in Hintersee? Freu mich auch auf Euch!


Mit Freude und Respekt, Mona Suzann Pfeil


PS: So sieht es jetzt im Moment am Hintersee aus:


Dienstag, 13. Oktober 2015

NichtHochsensible: Norm oder Mittelwert?

Meinen vorangegangenen Blogeintrag aufgreifend habe ich mir weiterführende Gedanken zu "Begrifflichkeiten" gemacht – eine meiner Lieblingsbeschäftigungen :-) 

In mir sträubt sich etwas, nicht-Hochsensible Menschen als "normal sensibel" zu bezeichnen. Ich mag diese Wortwahl deshalb nicht, weil in ihr das zugrundeliegende Wort "NORM" steckt. Es wird also von einer irgendwie gearteten Norm ausgegangen und die Hochsensibilität, die dann ergo NICHT dieser Norm entspricht und von ihr abweicht, eben nicht normal ist. Das wiederum hat in unserem heutigen Sprachgebrauch dann die tendenzielle Bedeutung, etwas müsse wieder in Ordnung gebracht werden, so dass es wieder dieser – von wem auch immer – festgelegten  Norm entspricht. 

Im Falle der Hochsensibilität sehe ich das anders: Die Norm ist nicht die Sensibilität selbst, sondern die 80:20 Verteilung, also 80% NichtHochsensible: 20% Hochsensible. Denn genau diese Verteilung hat die Natur so vorgesehen, sonst würde sie nicht bestehen. Also muss es einen Sinn machen. 
20% Hochsensible als Unnormal zu bezeichnen geht meiner Meinung nach also in eine völlig falsche Richtung und pathologisiert dieses an und für sich normale Persönlichkeitsmerkmal. 
Man kann das vergleichen mit Linkshändigkeit oder dem individuellen Biorhythmus. Da gibt es Verschiedenheiten, aber nicht das eine ist normal und andere unnormal.

Wie könnte man also die – aus meiner Sicht irreführende – Bezeichnung "normal sensibel" vermeiden? 

Für die 20% hat sich die Bezeichnung "Hochsensible" etabliert. Auch wenn man diskutieren könnte, lassen wir sie so stehen, eine Änderung käme jetzt zu spät. 
Für die anderen 80% verwende ich ganz gerne die Bezeichnung 
"durchschnittlich Sensible". 

Das Wort "Mittelwert" finde ich auch sehr schön, es ist jedoch ein wenig umständlich im Satz unterzubringen: 
"Menschen mit einem Mittelwert an Hochsensibilität…"

Besser: 
"Menschen mittlerer Sensibilitätsveranlagung…" oder …mittlerer Sensibilitätsausprägung…"

Diese Wortwahl finde ich persönlich ganz gut, sie ist aber ebenfalls noch zu umständlich für den allgemeinen Sprachgebrauch. Irgendwann wird da dann "mittelmäßig sensibel" draus, dann haben wir den Salat!  Das klingt dann wirklich abwertend, eher bescheiden, wie Note 4, "ausreichend"… 
Wer will so bezeichnet werden?

"Mittelsensibel" wäre umgangssprachlich vielleicht noch am Besten…

Was meint Ihr?


Mit Freude und Respekt, Mona Suzann Pfeil

Dienstag, 6. Oktober 2015

Niemand ist von Hochsensibilität betroffen.

Ich bin hochsensibel. Aber ich fühle mich von Hochsensibilitä nicht betroffen. Land-auf Land-ab wird diese Bezeichnung verwendet, auch von Hochsensiblen selbst. Hierzu meine Gedanken:
Meiner Meinung nach kann man von Hochsensibilität genau so wenig betroffen sein, wie von Hochbegabung, von blauen Augen oder vom individuellen Biorhythmus. Betroffen ist man von einem Unglück oder einer Krankheit, beides trifft auf die Hochsensibilität nicht zu.
Bei Hochsensibilität handelt es sich um eine Wahrnehmungsbegabung, die bei 20 Prozent der Menschheit herausragend höher ist als bei den anderen 80 Prozent. Hochsensibilität ist somit eine spezifische Form von Hochbegabung.

Wie wäre es also, wenn wir zukünftig von den "Begabten" sprechen, statt von den "Betroffenen"?  

Unser Denken verändert unsere Wahrnehmung, und es kann langfristig auch die Realität verändern. Je mehr wir über unsere Gewohnheiten nachdenken, diese Reflektieren und in Frage stellen, desto mehr Raum geben wir Neuem. Das Neue muss nicht immer zwangsläufig besser sein als das Alte, aber in diesem Fall wäre eine neue Sichtweise wünschenswert – eine respektvollere, eine tolerantere, eine Sichtweise, die aus einer althergebrachten und unzeitgemäßen sprachlichen Spurrille herauskommt und dem Thema Hochsensibilität neue Richtungen freigibt.

Davon profitieren würde die ganze Gesellschaft, mit jeder und jedem Einzelnen von uns, nicht nur die Begabten selbst.

Mit Freude und Respekt, Ihre Mona Suzann Pfeil

Montag, 28. September 2015

Wozu ein Hochsensiblen-Kongress? Weil Hochsensibilität nicht länger Privatsache ist.

In der Schweiz, in der Nähe von Bern auf dem Schlossgut Münsingen wird in der kommenden Woche am 8. und 9.10.2015 ein Kongress zum Thema Hochsensibilität veranstaltet; ein Kongress von und für Menschen, die als unbequem gelten, weil sie weit über alle Komfortzonen hinausblicken – auch über die eigenen. Ein Kongress für Menschen, denen Harmonie wichtiger ist als Prestige. Und es ist ein Kongress, der überfällig ist, denn es geht um ein gesellschaftliches Thema, an dem keiner mehr vorbeikommt: 20 % der Menschheit sind mit der Begabung Hochsensibilität ausgestattet, und die meisten kennen und nutzen sie nicht. 



Früher war Hochsensibilität – die eigene und ganz besonders die der Anderen – reine Privatsache. Eine herausragende Sensibilität wurde verschämt verschwiegen, Empfindlichkeit war unerwünscht und wurde abgewertet, als zu weich galt, wer Empathie zeigte. Um selbst nicht im negativen Licht dazustehen versteckten also 20 % der Bevölkerung Ihre wunderbaren hochsensiblen Talente, die sie von den anderen 80 % durchschnittlich Sensiblen unterschieden. Hochsensibilität und hochsensible Menschen waren also bislang nicht wirklich sichtbar. 
So wie vor 50 Jahren Frauen in der Politik oder Homosexuelle bei der Polizei nicht sichtbar waren. Und auch das Thema Hochwasser rückte erst ins Blickfeld, als 2002 die Elbe das schöne Dresden mit ihrem schlammigen Wasser flutete. War es wirklich nicht vorauszusehen? 

Heute gibt es für jedes relevante Thema einen Kongress: den Kongress für Frauenwerke, den Kongress der homosexuellen Polizisten und den Kongress für Hochwasserschutz. Weil diese Themen jetzt zum Glück ernst genommen werden. 
Schön, dass eben auch die Hochsensibilität nun endlich ernst genommen wird. Zumindest so ernst, dass eine Hand voll Menschen die unglaubliche Aufgabe stemmen, einen Kongress dafür zu organisieren und durchzuführen. Und so ernst, dass an die 20 Experten durch halb Europa in die Schweiz anreisen und mit ihren Beiträgen diesen Kongress möglich machen. 


Hochsensibilität ist also keine Privatsache mehr, sie muss nicht mehr versteckt, verleugnet oder "geheilt" werden. Jede oder jeder Fünfte von uns ist hochsensibel begabt und es ist zu wünschen, dass Artikel wie der meine dazu beitragen, dass eben diese Menschen sich und Ihre herausragenden Fähigkeiten entdecken und sie bejahen. Genauso wie ihre Körpergröße, ihre Augenfarbe, ihre sexuelle Veranlagung und ihren individuellen Biorhythmus. Hätten wir den Weitblick, die Akribie und die Unbestechlichkeit unserer Hochsensiblen bereits vor 50 Jahren ernst genommen wäre vielleicht ein funktionierendes Hochwasserschutzkonzept eher entstanden, welches den Dresdnern die Hochwasserkatastrophe 2002 erspart hätte.


Kongress kommt von lateinisch "congressus" und bedeutet "Zusammenkunft". Auf dem Kongress in Bern wird es nicht schwierig sein, diese zu erreichen. Wichtig wäre, dass auch draußen, im richtigen Leben "schwierige" und "weniger schwierige", "hoch sensible" und "durchschnittlich sensible" und "akribische" und "weniger akribische" Menschen zusammenkommen und begreifen, dass die Natur eben genau diese Individualität so wollte. Gut, wenn wir sie nun nicht mehr verstecken; besser, wenn wir sie lieben lernen; und am besten ist es, wir nutzen sie. Jede noch so ungewöhnliche Charakterausprägung eines Menschen ist Teil dieser gesellschaftlichen Vielfalt und ein unschätzbar hohes Gesellschaftsgut. Denn nur in congressus – in der Summe – unserer Talente ist unsere Gesellschaft perfekt. Die oder der Einzelne wird es nie sein. 


Ich lade Sie ein zum 1. Kongress für Hochsensibilität auf das Schlossgut Münsingen bei Bern am 8. und 9. Oktober.


Mehr Information und Anmeldung auf der Kongress-Homepage


Mit Freude und Respekt, Ihre Mona Suzann Pfeil

Mittwoch, 23. September 2015

Mein Dokufilm "HighSkills" Hochsensibilität im Business jetzt erhältlich

Für alle Interessierten am Thema Hochsensibilität und Hochbegabung im Business:
Mein Dokumentarfilm "HighSkills" ist jetzt als Download oder DVD im Shop auf der FilmHomepage erhältlich.


"Verschenkt die Wirtschaft die Potenziale hochsensibler und hochbegabter Menschen?"

Dieser Frage widmete ich meinen Dokumentarfilm, für den ich Gehirnfoscher Dr. Dr. Manfred Spitzer, den neunfache Weltmeister im Kopfrechnen Dr. Dr. Gert Mittring, den Philosophen Dr. Richard David Precht, sowie hochensible Berufstätige und Entscheider aus der Wirtschaft interviewte. Ich will den Weg für ein Umdenken ebnen, indem ich Vorurteile gegenüber hochsensiblen Menschen entkräfte und deren Potenziale aufzeige. 

Ich informiere über die Stärken Hochsensibler, die oft vielfältig begabt und mit seismografischen Fähigkeiten ausgestattet sind und nicht selten als Vor- und Querdenker Innovationen voranbringen. Ich informiere auch darüber, wie Unternehmen diese Skills zu ihrem Vorteil fördern können.

"Wenn Potenziale sich in den richtigen Positionen entfalten ist das hoch effizient. Wenn nicht, gehen uns wertvolle Ressourcen verloren."

Ich freue mich sehr, nun allen Interessierten meinen Film als Download anzubieten. Ein kleines Kontingent DVDs haben wir ebenfalls produziert – beides erhältlich im Shop auf der FilmHomepage.
Mit jedem Kauf und mit jeder Weiterempfehlung tragen wir gemeinsam dazu bei, dass die Vision eines "Highly Sensitive Business" keine Fiction bleibt, sondern Realität wird. Jede und Jeder Einzelne von uns, unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft werden davon profitieren.

Der Film ist in allen gängigen Formaten für Aufführungen verfügbar. Als Produzentin und Keynote Speaker bin ich buchbar und stehe für Einführungen, Vorträge und Podiumsdiskussionen zur Verfügung.
Ich freue mich darauf! >>Kontakt

Mit Freude und Respekt, Ihre Mona Suzann Pfeil



Dienstag, 21. Juli 2015

Hochsensible gesucht – Stellenausschreibung – So könnten Unternehmen hochsensible Führungskräfte gewinnen

Eine fiktive Stellenausschreibung, formuliert von Mona Suzann Pfeil:




Leiterin / Leiter für nachhaltiges Veränderungsmanagement gesucht

Was braucht es für Veränderungen? Richtig, zuallererst Stabilität und Zusammenhalt! Genau das geben wir unseren Mitarbeitern, weil sie es sind, die unseren gemeinsamen Erfolg stützen. Nur gemeinsam können wir als innovatives XYZ-Unternehmen aus der Masse herausragen und etwas bewegen. Deshalb brauchen wir nicht nur Mit-, sondern auch Vordenker.


Ihnen steht der Sinn nach Veränderung?

Sie wollen für ein Unternehmen arbeiten, das über den Tellerrand hinausblickt und Nachhaltigkeit und Diversität täglich in Taten umsetzt? Ein Unternehmen, in dem sich gegenseitige Wertschätzung in Respekt und Fairness manifestiert?
Eigenverantwortliches konzentriertes Arbeiten in ruhiger Umgebung ist Ihnen ebenso wichtig wie eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre ohne Zeitdruck? In einer sinnstiftenden Tätigkeit blühen Sie auf?

Dann suchen wir Sie für unser Headquarter in Musterberg, zum nächstmöglichen Zeit­punkt als Leiterin / Leiter für nachhaltiges Veränderungsmanagement in Teilzeit.
Wir bezahlen in den ersten 6 Monaten nach Tarif, danach ist ein übertarifliches Einkommen mit vielerlei Zusatzleistungen möglich. Des weiteren dürfen Sie von uns flache Hierarchien, viel Freiraum in der Arbeitszeit- und Arbeitsplatzgestaltung sowie einen WorkLifeBalancePark (Garten, Grill, Kino, Relax-, Sport-, Wellnessbereiche) erwarten.


Ihre Aufgaben:

In dieser vertrauensvollen Position sind Sie direkt der Geschäftsführung unterstellt und von A bis Z an unserer weiteren Geschäftsausrichtung beteiligt.
Sie entwickeln und implementieren systematische Ansätze und Zukunfts-Szenarien für eine nachhaltige Leistungsoptimierung. Die ethisch korrekte Organisationsentwicklung haben Sie dabei immer im Blick.
In diesem Zusammenhang etablieren und forcieren Sie das Veränderungsmanagement als ein Schlüsselfaktor der Unternehmensstrategie.

Sie begleiten Führungskräfte durch Veränderungsprozesse, fördern dabei eine offene und klare Kommunikation und führen einen Hierarchie-übergreifenden Dialog.
Auf der zwischenmenschlichen Ebene agieren Sie als Berater, Begleiter und Spiegelungsfläche für Führungskräfte und Projektverantwortliche.
Die Erarbeitung und Einführung von Grundsätzen und Instrumentarien sowie die Steuerung relevanter Prozesse und Ressourcen des Veränderungsmanagements sind Schwerpunkte Ihrer Position.


Ihr Profil:

Sie haben einen Studienabschluss der Wirtschafts- oder Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Change Management und Personal- / Organisationsentwicklung oder haben durch berufliche Erfahrung vergleichbare Qualifikationen erworben.
Ihre strukturierte und konzeptionelle Arbeitsweise, Ihr vernetztes Denken und Ihr übergreifendes Prozessverständnis sind die Basis Ihrer Arbeitserfolge.
Sie überzeugen mit Ihrer Verbindlichkeit sowie mit einfühlsamem kommunikativem Geschick.
Sie setzen auf Ihre ausgeprägte Intuition und Reflexion, verstehen es, Ihr Team mit Empathie, Eigenverantwortung und Stärkenorientierung zu motivieren.
Idealerweise sind Sie hochsensibel.


Wir freuen uns auf ihre überzeugende Bewerbung, die Extravagantes enthalten darf.


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Donnerstag, 16. Juli 2015

Großer Benefit dank Hochsensibilität – Interview mit Mona Suzann Pfeil

In ihrem Dokumentarfilm „High Skills“ lenkt Mona Suzann Pfeil, Künstlerin und Businessberaterin, das Augenmerk auf die Stärken Hochsensibler. Sie ist fest davon überzeugt, dass von deren Entfaltung die Unternehmen profitieren. Mit ihrer Vision eines Highly Sensitive Business will sie Verantwortliche in der Wirtschaft dafür gewinnen, sich mit einem neuen Leitbild neue Chancen zu erschließen. Über ein weithin verkanntes Persönlichkeits- und Qualifikationsmerkmal spricht sie im Interview mit der Journalistin Renate Schauer.






















Renate Schauer: Warum brechen Sie für Hochsensible eine Lanze?

Mona Suzann Pfeil (Pfeil): Sie leben unter uns mit teilweise unentdeckten Potenzialen! Hochsensibilität ist ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal wie das Temperament oder die Körpergröße. Niemand kann beschließen: Ich will hochsensibel sein oder – umgekehrt – ich will meine Sensibilität reduzieren. Da sich ein hochsensibler Mensch von Anderen unterscheidet, muss er mit seiner Prägung zurechtkommen. Auch die Menschen in seinem Umfeld merken, dass er anders ist.

Steht ihm das Anderssein im Weg oder eröffnet es Chancen?

Pfeil: Wie bei jedem Menschen ist es wichtig, dass ein hochsensibler am richtigen Platz wirken kann. Das beginnt schon in der Kindheit. Je früher die Hochsensibilität und die daraus resultierenden Stärken erkannt werden, desto eher und besser kann das Kind gefördert werden. Als Heranwachsender bewusst mit den eigenen Stärken und Schwächen umgehen zu lernen, erhöht die Chance, später auch die richtigen Weichen fürs Berufsleben zu stellen.

Gibt es Frustrationen?

Pfeil: Ja, wie in jedem Leben. Doch wenn sie vor allem mit dem Anderssein zu tun haben, drängt das ziemlich in die Defensive. Das führt dazu, dass die Stärken der Hochsensibilität nicht nutzbar werden. Die oder der Betroffene versteckt die sensible Seite, kann sie nicht zum Vorteil für Arbeit und Wirken entwickeln.

Wie erkennt man Hochsensibilität?

Pfeil: Hochsensibilität hat verschiedene Ausprägungen. Alle Hochsensible eint jedoch, dass sie viel intensiver auf die Reize ihrer Umwelt reagieren. Sie haben sehr feine Antennen und registrieren schon kleinste Impulse. Ihr Hirn arbeitet oft wie eine Turbomaschine im Dauerbetrieb. Beim einen führt das zu großer Empathie, den anderen befähigt dies zum Spezialistentum auf einem bestimmten Gebiet. In meinem Film erzählen Hochsensible und Hochbegabte, wie sie mit ihren Talenten zu dem wurden, was sie heute sind.

Sie unterscheiden Hochsensibilität und Hochbegabung?

Pfeil: Ja. Das eine kann unabhängig vom anderen vorkommen, aber auch gemeinsam. In meiner Beratungs-Tätigkeit zeigt sich, dass unter Hochbegabten wahrscheinlich mehr Hochsensible anzutreffen sind als in der Bevölkerung allgemein, wo man von 15 bis 20 Prozent spricht.

Feine Antennen machen empfindsam ...

Pfeil: Das stimmt! Es nährt das Vorurteil, Hochsensible seien überempfindlich, rasch überstrapaziert, nicht belastbar. Abfällig heißt es vielleicht: „Die hören das Gras wachsen“, aber sie sind es dann eben auch, die früher als Andere Fehlentwicklungen wittern und Störungen benennen können.

„Unsere Gesellschaft pflegt ein defizitäres Denken“


Sie sind die geborenen Seismografen?

Pfeil: Das ist eine der Stärken von Hochsensiblen. Oft zeichnen sie sich als Vor- und Querdenker aus, machen als Forscher und Entwickler Karriere oder überzeugen als Berater mit Weitblick. Somit fallen sie auf in unserer Gesellschaft. Ihre Lebensläufe weichen ab von denen der meisten Menschen, das verunsichert Nicht-Hochsensible oft.

Trotz der vielbeschworenen Diversity?    

Pfeil: Ohne Richtschnur ist für die meisten von uns eine Gesellschaft nicht vorstellbar. Es kommt aber ganz entscheidend darauf an, wie ich als Einzelner mit jemandem umgehe, der davon abweicht, was landläufig als die Norm oder das Mittelmaß definiert wird. Wenn wir uns gegenseitig ins Abseits drängen, lernen wir niemals den Beitrag kennen, den ein Mensch, der anders tickt, für die Gesellschaft leisten könnte – und kann. So verschenken wir weiterhin Vorteile und lassen Talente brach liegen. Hier braucht es ein Mehr an Aufgeschlossenheit, dieses möchte ich mit meinem Film fördern und fordern.

Welche Vorteile hat Hochsensibilität für die Gesellschaft und die Wirtschaft?

Pfeil: Mit ihren Fähigkeiten können Hochsensible die Wirtschaft zukunftssicherer machen. Ein Unternehmen sollte sich solche Talente leisten wollen und sie halten.

Nennen Sie ein Beispiel aus Ihrer Praxis als Business-Trainerin und Beraterin!

Pfeil: Klären wir zuerst: was heißt zukunftssicher? Darunter versteht jeder etwas anderes. Für mich hat es viel mit nachhaltiger Rentabilität zu tun: an den Bedürfnissen des Marktes orientiert bleiben und sich keine Sünden gegen Personen oder Umwelt erlauben. Nicht in Verruf geraten und infolgedessen Pleite gehen – weil Kunden ausbleiben oder sich abwenden oder weil gute Mitarbeiter abwandern. Auch Nicht-Hochsensiblen ist es heute wichtig, sich mit Arbeitgeber oder Geschäftspartner identifizieren zu können. Kleinigkeiten können heute ganz schnell einen Shit Storm im Internet auslösen. Die Wirkung nach außen ist wichtiger denn je, Qualität und ein guter Ruf machen attraktiv. Das Ansehen eines Unternehmens wird nach Bewertungen im Internet beurteilt, Bewerber suchen sich ihre zukünftigen Arbeitgeber danach aus. Hochsensible Mitarbeiter beispielsweise als Leitbild-Entwickler und Unternehmensethik-Controller oder als Community Manager eingesetzt, können eine Unternehmenskultur der Achtsamkeit und des Respekts sowie eine nachhaltige Social Media Arbeit hervorbringen – beste Voraussetzungen für Zukunftssicherheit.

Wozu möchten Sie Betroffene ermutigen?

Pfeil: Im Film kommen Menschen zu Wort, die sich Bedingungen geschaffen oder erkämpft haben, die ihnen zuträglich waren. Da ist die Frau, die im Großraumbüro viel zu viel Energie aufwenden musste, um den Geräuschpegel weg zu filtern. Sie konnte ihre Arbeitsqualität und ihr Arbeitsquantum steigern, nachdem sie einen ruhigeren Platz eingefordert hatte. Oder die ehemalige Mini-Joberin, die heute Geschäftsführerin ist.

Könnten das Vorbilder sein?

Pfeil: Jeder sollte sich nach seinen Ambitionen und Bedürfnissen fragen. Viele Hochsensible haben mehr als nur ein oder zwei Begabungen und können sich oft zwischen diesen nicht entscheiden. Sie sollten alle ihre Facetten ernst nehmen und nach dem geeigneten Job und Arbeitsumfeld Ausschau halten, wo möglichst viele ihrer Talente zur Geltung kommen können. Genau darin sind erfolgreiche Hochsensible vorbildlich: Aktiv beeinflussen sie die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit und ihr Wirken. Eine Orchidee gedeiht mit anderer Pflege als Efeu oder ein Rosenstrauch.

„Das Etikett 'Überempfindlichkeit' ist falsch“


Versuchen viele, ihre Hochsensibilität zu verstecken?

Pfeil: Wenn Fähigkeiten keine Wertschätzung erfahren, wirkt das wie eine Zurückweisung. Es behindert die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls. Und begabte Menschen zweifeln sowieso leicht an sich selbst, stellen ihre Denk- und Lösungsansätze in Frage.

Selbstkritisch mit hohem Anspruch an sich selbst?

Pfeil: Wer hochsensibel oder besonders begabt ist, hat nicht automatisch ein leichteres Leben. Hochsensibilität und Hochbegabung bedeutet auch nicht, auf allen Gebieten schlau zu sein. Nicht selten haben diese Menschen mehrere Talente und sind fest überzeugt, nichts wirklich gut zu können. Hinzu kommt, dass unsere Gesellschaft leider nicht nur auf das Gängige und Durchschnittliche „geeicht“ ist, sondern sie pflegt auch ein defizitäres Denken. Das heißt, die Aufmerksamkeit ruht mehr auf den Schwächen als auf den Stärken. Der Hirnforscher Dr. Manfred Spitzer bringt das im Film auf den Punkt und nennt es eine „gigantische Demotivationskampagne“, die Menschen ständig mit ihren Schwächen zu triezen. Ein selbstkritischer Mensch muss also viel Energie aufwenden, um sich mit seinen Besonderheiten ins rechte Licht zu stellen.

Wer kann die Hürden abbauen?

Pfeil: Jeder. Vorurteile gehören auf den Prüfstand. Zum Beispiel ist das Etikett „ÜBER-Empfindlichkeit“ falsch. Es zeugt von einer Art Abwehr-Pathologisierung , die auf Vergleichen mit imaginären Normwerten beruht.  Viel sinnvoller ist es,  die besonders hohe Wahrnehmungs-Begabung als das zu sehen, was sie ist: ein äußerst positives Qualifikationsmerkmal, dessen Nutzen man nicht mehr missen möchte, hat man ihn erst erkannt.

Umdenken braucht Zeit …

Pfeil: So ist es. Einiges ist schon auf einem guten Weg. Ich bin nicht die Einzige, die diesem Thema Stimme und Gewicht gibt. Und mein Film soll die Schubkraft steigern, soll neugierig machen auf den Benefit durch Hochsensibilität.

Wissen Hochsensible selbst um diesen Benefit?

Pfeil: Nicht immer. Sie wissen, sie haben eine andere „Komfortzone“, in der sie sich vorteilhaft entfalten. Oft suchen sie instinktiv Nischen, in denen sie „gedeihen“ können. Hochsensible sollten Mut fassen und auf die positiven Ergebnisse hinweisen, die sie dank ihrer hohen Skills erzielen. So können sich Vorgesetzte und Kollegen damit auseinandersetzen und die Leistungen spezifisch anerkennen.

Aber muss nicht erst Aufgeschlossenheit da sein?

Pfeil: Im Idealfall geht es Hand in Hand. Das Szenario: Hochsensibilität wird nicht mehr versteckt und von der Mitwelt toleriert. Die Förderung der High Skills wird zunehmen und damit auch der Respekt vor den besonderen Leistungen eines jeden Menschen. Im Moment mag es noch wie ein Paradoxum erscheinen: meine Vision eines Highly Sensitive Business. Aber lassen Sie uns daran arbeiten, dass eine nachhaltige und hochsensible Unternehmenskultur zum neuen Leitbild wird! Ich bin überzeugt, dass von dem Umdenken nicht nur die Unternehmen und die Hochsensiblen selbst profitieren, sondern die ganze Gesellschaft.

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Montag, 30. März 2015

Mehr Offenheit im Arbeitsleben – meine Gedanken zur Flugzeugkatastrophe

Der Absturz des Germanwings-Fliegers hat auch mich sehr getroffen und ich denke viel darüber nach. Wenn es tatsächlich so war, dass der CoPilot die Maschine absichtlich und in vollem Bewusstsein gegen den Fels zum Crash gelenkt hat, stellt sich mir die Frage: Was muss passieren, damit ein Mensch zu so etwas in der Lage ist? Schlimm genug, wenn ein Mensch nur noch im Selbstmord einen Aus-Weg findet, so erscheint es noch ungeheuerlicher, dass er dabei so viele andere Unbeteiligte mit in den Tod reißt.

Warum? Was hat dazu geführt? Wie kann man so etwas zukünftig verändern? Das sind die Fragen, die in all unseren Köpfen kreise und die sich auch die Kollegen, Vorgesetzten des Andreas L. stellen und mit ihnen die gesamte Flugbranche.


Ich will mir nicht anmaßen, irgendeine Antwort auf diese Fragen zu haben, das wäre zu leichtfertig.
Aber ich will hier meine Gedanken niederschreiben.


Ich vermute stark, dass Andreas L. ein sehr sensibler Mensch war. Vielleicht hochsensibel? Hochsensible Menschen machen sich immer viele Gedanken, beispielsweise auch um ihr Arbeitsumfeld. Um die "Zustände", um die Gegebenheiten. Sie sind die Ersten, die merken, wenn irgendetwas nicht stimmt. Und sie haben dann den Drang, etwas zu ändern. Nachhaltig zu ändern.

Hochsensible Menschen wirken auf andere oft merkwürdig, sie entsprechen einfach nicht der breiten Masse. Aber deshalb sind sie noch lange nicht krank oder psychisch gestört. Eine psychische Störung kann aber daraus werden, wenn ein Mensch sich nicht angenommen fühlt, sich ausgegrenzt fühlt.

Vielleicht war das bei Andreas L. so. Ganz sicher kann kein gesunder hochsensibler Mensch so austicken und so viele Menschen töten. Das ist immer die Tat einer völlig aus der Bahn gelangten Psyche.

Aber vielleicht wäre so etwas zu verhindern, wenn wir alle etwas offener wären für ungewöhnliche Charaktere. Für Menschen, die von einer irgendwie auch immer gearteten Norm abweichen. Kinder sollten schon in der Schule sich angenommen und respektiert fühlen mit all ihren ungewöhnlichen Gedanken (und alle Kinder haben ungewöhnliche Gedanken!!). Dann werden sie zu selbstbewussten und verantwortungsvollen Erwachsenen heranwachsen, die auch mit ihren vermeintlichen Schwächen souverän umzugehen wissen.
Einen Menschen, der dazu neigt, sich Sorgen zu machen, sollten wir nicht verspotte. Er darf nicht ausgegrenzt oder gemoppt werden. Er darf auch keinesfalls voreilig als depressiv eingestuft werden. Viel mehr sollten wir ihm stattdessen zuhören und seine Bedenken ernst nehmen. Ein hochsensibler Mensch ist kein Nörgler oder Miesepeter oder ein Spielverderber, sondern er oder sie spürt oft lange bevor andere es spüren, wenn etwas in die falsche Richtung läuft. Z.B. Arbeitsbedingungen, Unternehmensstrategien... Und er leidet sehr viel früher und auch mehr darunter, wenn in seinem Arbeitsumfeld etwas nicht gut läuft. Z.B. wenn eine hohe Erwartungshaltung besteht, die zu starkem Druck auf die Mitarbeiter führt.

Ein hochsensibler Mitarbeiter ist sozusagen der Seismograf, der ungünstige Arbeitsbedingungen bereits dann aufdecken könnte, bevor die ganze Belegschaft und infolgedessen die Arbeitsleistung darunter leidet. Diese Menschen können sehr sehr wertvoll für ein Unternehmen sein. Wenn sie erkannt werden. Und zwar nicht als Sonderlinge, sondern als das was sie sind: als genau die 20% der Gesellschaft, die eben genau diese hohe Wahrnehmungsbegabung haben und von der Natur genauso gewollt sind.
Sie sind Hochsensibel.

Vermutlich war auch Andreas L. hochsensibel. Schade, dass er zudem auch krank geworden ist. Es hätte für ihn ganz sicher auch andere Wege gegeben, etwas Nachhaltiges zu tun.
Er wählte den falschen.

Für mich liegt die größte Herausforderung nach dieser Tragödie darin, unser Arbeitsleben so zu gestalten, dass sensible Menschen Ihren Platz darin haben und sich nicht durch durch solche entgleisten "Hilferufe" in die Öffentlichkeit rücken müssen.

Wenn Wir das irgendwann schaffen, hätte dieses schlimme Ereignis wenigstens noch langfristig gesehen einen positiven Effekt.


Ihre Mona Suzann Pfeil

Freitag, 20. März 2015

Deutschland lieb Versteckerland – wollen wir Masse oder Klasse? Engstirnen oder Querdenker?

Was sind unsere Stärken in Deutschland? Worauf können wir bauen? Wodurch unterscheiden wir uns von anderen Nationen? Im internationalen Ranking ist es wie in der Werbung: Das Image ist enorm wichtig. Stimmt die Außenwahrnehmung (durch andere) nicht mit dem Inneren (den eigenen Überzeugungen) überein, ist kein Unternehmen und auch keine Nation zukunftssicher. Das sage ich jetzt einfach mal vollmundig als ehemalige Werberin. In der Werbung werden exorbitante Summen für ein stimmiges Corporate Identity (Werbesprache: Unternehmens-Identität) und für Image-Kampagnen ausgegeben. Wenn es gelingt – und dazu gehört auch, dass das Unternehmen sein Image lebt – ist die Identifizierung punktgenau zu benennen:
BMW steht für Fahrspaß. Coca Cola steht schon ewig für Jugendlichkeit.Jewer steht für Natürlichkeit.
Amazon steht für Kundenfreundlichkeit. Oder sollte man sagen stand? Leider steht dieses Unternahmen, was eigentlich etwas Großartiges in der Logistik- und Handelsbranche aufgebaut hat, mittlerweile auch für Ausbeutung.
Warum? Weil das Image nicht verantwortungsvoll umgesetzt wurde und weil der Verbraucher mittlerweile eben kritischer geworden ist. Zum Glück!

Das ist also ein ideales Beispiel, wie wichtig die Wirkung nach außen ist. Kleinigkeiten können heute ganz schnell einen Shit Storm im Internet auslösen. Die Zukunft eines Unternehmen kann ganz schnell in Frage gestellt werden, wenn es in Verruf gerät. Kunden bleiben aus oder wenden sich ab, gute Mitarbeiter wandern ab. Dieses Unternehmen wird vermutlich pleite gehen. Denn: Verbraucher und Mitarbeiter sind Menschen, und es ist ihnen (also uns allen) heute wichtig, sich mit Arbeitgeber oder Geschäftspartnern identifizieren zu können. Ist es nicht so?

Zurück zu unserer Nation:
Womit identifizieren wir uns Deutsche? Und wie werden wir von anderen Nationen gesehen?
Ich stelle mal ein paar Vergleiche auf:
Die USA stehen für Pragmatismus und Optimismus. Letzteres – vor allem – fehlt uns Deutschen.
Indien steht für Aufbruch, für Wandel. Diesen Pioniergeist findet man in Deutschland momentan nicht.
Brasilien ist das Land der unerschütterlichen Hoffnung (desculpe, queridos brasileiros!).
China steht für Disziplin und Schnelligkeit. Da können wir (und auch andere) unmöglich mithalten.
Italiener und Franzosen sind Weltklasse im Improvisieren und machen das zum Konzept; dem gegenüber steht unser ausgeprägter Perfektionismus, der das Improvisieren nur als Notlösung vorsieht, wenn die Planung versagt hat. Improvisieren ist also bei uns eher negativ behaftet.

Ich denke, das reicht, um aufzuzeigen, wofür wir NICHT stehen.
Was aber ist es dann, WOFÜR DEUTSCHLAND STEHT???
Für Verlässlichkeit und dafür, dass die Dinge funktionieren? Ich fürchte, diese bisherigen Pluspunkte werden seit einigen Jahren bei der Realisierung von Großprojekten beispielsweise in Berlin und in Stuttgart verspielt.
Stehen wir für Ehrlichkeit? Das wäre wünschenswert, von außen werden wir oft so gesehen, die direkten – manchmal zu direkten – Deutschen, die sagen, was sie denken und machen, was sie sagen. Aber bringt uns das wirklich weiter??? Das reicht nicht!

Was ich sehe, ist  EIN ganz entscheidender USP (schon wieder Werbesprache und bedeutet "Unique Selling Proposition", auf Deutsch: das Alleinstellungsmerkmal):
Unsere Köpfe! Deutschland ist ein Land der Denker! Und der Dichter auch, ja genau! Das waren wir schon immer und darauf sollten wir uns besinnen!
Wie aber gehen wir um, mit unseren Denkern und Dichtern, mit unseren schlauen, kreativen, sensiblen, quer- und vorausdenkenden Köpfen? Wir verstecken sie! Wir vergessen sie, wir machen es Ihnen unendlich schwer bis unmöglich, in einem Bildungssystem, das auf Masse anstatt auf Klasse ausgerichtet ist, ihre Fähigkeiten einzubringen. Individualität ist nicht gefragt. Jemand der von "der Norm" abweicht flöst Angst ein, verunsichert. Er oder sie ist nicht planbar, nicht einschätzbar.
Eine herausragend hohe Sensibilität wird als Abartigkeit wahrgenommen. Ein herausragender Intellekt wird erst wahrgenommen, wenn der oder diejenige es aus eigener Anstrengung heraus geschafft hat. Dann werden diese Menschen angehimmelt und vergöttert, mit Ehrungen und Auszeichnungen überhäuft.
Dabei könnten wir mehr von denen haben. Sie sind unter uns. 3 % der Deutschen sind laut Statistik kognitiv hochbegabt – das sind 2 Millionen von uns. Mindestens 20 % der Deutschen haben eine überdurchschnittliche Wahrnehmungsbegabung, die man als Hochsensibilität bezeichnet – das sind 16 Millionen. Jeder 4. oder 5. von uns ist also mit solch einer herausragenden Begabung gesegnet. Wo sind die? Warum nehmen wir sie nicht wahr? Warum müssen die sich verstecken? Wollen wir das wirklich? Sicher nicht!
Anstatt diese schon als Kinder irgendwie anders wirkenden Menschen mit Befunden wir ADHS oder psychisch labil zu stigmatisieren und heilen oder therapieren zu wollen, wäre mein Vorschlag:
Gehen wir aufeinander zu und lernen wir uns kennen!
Ob jemand eine Lese-Rechtschreibschwäche oder ein hohes Energielevel hat, schüchtern wirkt oder ungewöhnliche Ansichten äußert – jeder Mensch hat seine Begabungen – nicht selten herausragende.

Ich habe eine Vision: Hochsensibilität und Hochbegabung wird nicht mehr versteckt und von der Mitwelt toleriert. Die Förderung der individuellen Talente wird zunehmen und damit auch der Respekt vor den besonderen Leistungen eines jeden Menschen. Im Moment mag es noch wie ein Paradoxum erscheinen: meine Vision eines Highly Sensitive Business.
Aber genau das wäre unser Alleinstellungsmerkmal:
DEUTSCHLAND – LAND DER DICHTER UND DENKER.

Ich hab es nicht erfunden, wir waren es einst auch. Und nun – geliebtes Deutschland: lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir wieder mit ganzer Überzeugung dazu stehen, wofür wir stehen. Damit es auch in der Welt wieder wahrgenommen wird, wofür wir stehen, was unser Leitbild ist!
Nämlich eine nachhaltige und hochsensible Gesellschafts- und Wirtschaftskultur.
Ich bin überzeugt, dass von dem Umdenken nicht nur die Hochsensiblen und Hochbegabten selbst profitieren, sondern die ganze Gesellschaft, unsere Wirtschaft und... (ich wage es kaum zu denken) … die ganze Welt.

Mit Freude und Respekt, Mona Suzann Pfeil






Donnerstag, 19. März 2015

Ist man von Hochsensibilität betroffen oder begünstigt?

Kann man im Zusammenhang mit Hochsensibilität von "den Betroffenen" zu sprechen? Wikipedia schreibt:

Betroffener ist eine Bezeichnung eines Menschen, der betroffen ist von einer Sache. 
Ein Betroffener empfindet die Lage, die ihn zum Betroffenen macht, meist unangenehm.


Diese Beschreibung zugrunde nehmend ist also – wie so oft – der eigene Standpunkt wichtig und ausschlaggebend: Wenn eine Hochsensible oder ein Hochsensibler die eigene Veranlagung als unangenehm oder negativ empfindet, ist die Bezeichnung "die Betroffene" oder "der Betroffene" also durchaus korrekt. 
Ich selbst jedoch möchte so auf keinen Fall bezeichnet werden. Ich empfinde meine Veranlagung NICHT als unangenehm (das ist längst vorbei!). Deshalb meine Sichtweise:
Bei Hochsensibilität handelt es sich um eine Wahrnehmungsbegabung. Im Falle einer Begabung würde kein Mensch auf die Idee kommen, zu formulieren er / sie / es ist von einer Begabung betroffen… eher: er / sie / es ist von einer Begabung begünstigt oder mit einer Begabung gesegnet oder bedacht – beispielsweise. Sicher gibt es noch weitere Formulierungen.   

Apropos Formulierungen: ich gab bei synonyme.woxicon.de de Begriff "Betroffener" ein, um nach alternativen Bezeichnungen zu suchen. Die angezeigten Vorschläge – Trauernder, Opfer, Betroffener, Leidtragender, Hinterbliebener, Hinterlassener, Verunglückter, Benachteiligter, Betrogener, Geschädigter, Leidtragender, Pechvogel, Unfalltoter, Unglücksvogel… – durchgehend negativ. Ich bin erstaunt. Denn der Wortstamm also die Wurzel und selbe Worte aus der gleichen Familie von "betroffen sein" sind: be-treffen, der Betreff, treffen… grundsätzlich nichts negatives. Interessant, was im Laufe der Zeit daraus geworden ist!

Ich bin nun doch etwas betroffen. Jedenfalls finde ich keinen Betreff und keine Verbindung, die im Zusammenhang mit der Hochsensibilität passend wäre und beschließe, diese Formulierung so nicht mehr zu verwenden. Stattdessen werde ich zukünftig von hochsensibel Begabten oder mit Hochsensibilität Begabten sprechen. 
Diese Formulierung trifft das Persönlichkeitsmerkmal und die Veranlagung meines Erachtens am Besten. Kritikern, die mir nun zu starke positive Deutung vorwerfen, möchte ich zu bedenken geben:
Jemand, der mit einer Erbschaft begünstigt ist, wird in dieser Tatsache auch negative Aspekte finden (z.B. Neid durch die Nachbarn oder steuerliche Nachteile). Ebenso wird jemand, der mit einer hohen mathematischen Intelligenz, einer hohen Kreativität oder mit einer herausragenden Sinneswahrnehmung gesegnet ist Vorteile und auch Nachteile dadurch haben. Entscheidend ist für mich: das Persönlichkeitsmerkmal "Hochsensibilität" gehört weder in eine passive Opfer-Rolle, noch in eine Geschädigten-Rolle aus dem pathologischen oder kriminellen Milieu.

Schließlich ist ja auch kein sogenannter durchschnittlich sensibler oder begabter Mensch von dieser "Durchschnittlichkeit" betroffen und empfindet das als unangenehm, sondern es ist einfach so, wie es ist! Ohne diese Wertungen wie durchschnittlich, unter- oder überdurchschnittlich oder hyper- oder hyposensibel bleibt einfach das Wort "unterschiedlich". Und so ist es von der Natur eben auch vorgesehen: Wir sind nicht unter- oder überdurchschnittlich oder durchschnittlich oder Durchschnitt, Bevölkerungsdurchschnitt – also durchschnittene Bevölkerung – sondern:

Wir sind unterschiedlich. Punkt.

Vive la différence!
Und ein Hoch auf alle Begünstigten!

Mit Freude und Respekt, Ihre Mona Suzann Pfeil


Donnerstag, 12. März 2015

Ein Gedicht über hochsensible und andere Menschen

DAS WUNDER VOM LEBEN  

(MONA SUZANN PFEIL 17.09.2014)


HÖRST DU WAS NACHKLINGT IN MIR? NEIN, DU HÖRST ES NICHT
SIEHST DU WAS ICH VORHERSEH? NEIN, DU SIEHST ES NICHT
SPÜRST DU WO ICH HINEIN SPÜR? NEIN, DU SPÜRST ES NICHT
UND ALL DAS WAS ICH GAR NICHT WISSEN WOLLT, NEIN, DU WEISST ES NICHT

WÄHREND DU LÄNGST RUHST, DENKT ES NOCH IN MIR.
UND WÄHREND DU TUST, WAS ZU TUN IST, FRAG ICH: ”WOFÜR?“

DU GEHST WEITER. ICH KANN NICHT MEHR.
ICH RUF: ”ACHTUNG!“ DU HÖRST NICHT MEHR.


SO BUNT, SO FREMD, SO DIFFERENT
SO SIND WIR DOCH EIN VOLK
HIER MEINS, DA DEINS, WERTVOLLES TALENT
ZUSAMMEN UNSCHÄTZBARER ALS GOLD

SO SIMPLE, SO SCHLICHT, SO GENIAL
GENAU SO VON DER NATUR GEWOLLT
SO LOGISCH, SO GUT, SO KLUG
SEIT JAHRTAUSENDEN WIEDER UND WIEDERHOLT


EINS AM ANDEREN
MIT DEM ANDEREN
ÜBERLEBEN
GEBEN UND NEHMEN
ERLEBEN 
DAS WUNDER VOM LEBEN

Donnerstag, 19. Februar 2015

Zum Thema Männerquote – hat Ministerin Schwesig doch recht? Oder WER wird hier diskriminiert?

Interessant, dass Familienministerin Manuela Schwesig eine Männerquote im öffentlichen Dienst einführen will. Das wirklich Interessante aber ist die Reaktion der Gleichstellungsbeauftragten darauf:

"Wenn Männer in einer Position kaum vertreten seien, liege das nicht daran, dass sie diskriminiert würden, vielmehr wollten sie diese Aufgabe nicht übernehmen

Ich frage mich ernsthaft: WOLLEN SIE WIRKLICH NICHT???

Ich kenne einige sehr fähige junge Männer, die großes Interesse an Berufen wir Erzieher, Altenpfleger, soziale Dienste äußern, im gleichen Atemzug aber sagen, dass sie diesen Weg nicht einschlagen werden, wegen des schlechten Verdienstes und der eingleisigen Aufstiegsmöglichkeiten. Kann man da wirklich sagen, die Männer wollten diese Aufgabe nicht übernehmen? Ich würde eher sagen, sie können sie nicht übernehmen, wenn sie eine eigene Familie ernähren und nicht am Rande des Existenzminimums leben wollen.
Übertragen wir diese Aufgabe den Gleichstellungsbeauftragten laufen wir Gefahr, dass am Ende alle gleichgestellt schlecht verdienen. Das ist also eher auch ein Fall der öffentlichen Anerkennung dieser Berufe. Daran können wir alle mitwirken, in dem wir nicht auf Männer, Frauen, Menschen herabblicken, die sich solch eine Aufgabe PRO Gesellschaft ausgesucht haben – mit den derzeitigen schlechten   Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten. Denn diese Menschen sehen Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit in diesen Tätigkeiten, und stellen das über die negativen Aspekte. Das zu geringschätzen ist töricht. Wir sollten vielmehr diesen Menschen unseren größten Respekt entgegenbringen, denn sie sind es, die unsere Gesellschaft zusammenhalten; damit nicht die Schwächsten diskriminiert werden: die Kinder, die Alten, die Kranken, die Bedürftigen.

Früher oder später trifft auf alle von uns eine Bezeichnung zu.

Mit Freude und Respekt, Mona Suzann Pfeil