Donnerstag, 28. April 2016

Brauchen wir Kategorisierungen wie hochbegabt, hochsensibel, lernbehindert, autistisch...?


Ich beziehe mich auf diesen Artikel im CICERO:

http://www.cicero.de/salon/iq-tests-intelligenz-der-mythos-hochbegabung/60823



Ein sehr interessanter Artikel, der den Terminus Hochbegabung an sch in Frage stellt! Ich teile die Meinung Patrick Zielschieds nicht in allen Punkten, finde aber, der Artikel lohnt zu lesen, um ein paar andere Brillen auf das Thema Begabung und Hochbegabung zuzulegen. Auch ich bin der Meinung, dass es Quatsch ist, unter Hochbegabung lediglich kognitive Begabungen zu verstehen und ich bin auch der Meinung, dass eine – wo auch immer gezogene – Grenze von Hochbegabung, Hochsensibilität, Autismus oder "bloß" Asperger oder Lese-Rechtschreib-Schwäche zu einem – wie auch immer definierten – normalen Menschen völlig überflüssig ist.


Wie Hochbegabung getestet wird


Die sogenannte Hochbegabung wird üblicherweise in standardisierten IQ-Test gemessen, in einem festgelegten Zeitraum, an einem festgelegten Ort. Der Test ist genauso ausgelegt und entwickelt, dass ein bestimmter Prozentsatz – derzeit 0,2 % – der Bevölkerung den festgelegten IQ-Wert von 130 erreicht, nicht weniger und nicht mehr Menschen. Es wurde also festgelegt, dass 0,2% der Menschen als hochbegabt zu gelten haben. Bei diesem Testverfahren stehen lediglich die kognitiven Fähigkeit der Testperson im Fokus, wie das logisch-matematische Denken, das räumliche Denken, die Merkfähigkeit oder die sprachlich-lingustistischen Fähigkeiten. 

Andere Aspekte geistiger Leistungsfähigkeit, wie die emotionale Intelligenz, die Kreativität, die psycho-motorische Intelligenz oder die sogenannte soziale Intelligenz werden nicht berücksichtigt. Ein Mensch der in diesen Bereichen herausragende Fähigkeiten aufweist wird nicht als hochbegabt bezeichnet, denn diese Fähigkeiten sind nicht messbar. Zum Glück! Denn was würde es bringen, wenn ich wüsste, dass meine musikalische Fähigkeit höher ist, als die meiner Gesangskollegin? Es würde weder mir noch irgendjemandem irgendetwas bringen, meinen musikalischen Intelligenzquotienten zu kennen. Oder meinen sozialen Intelligenzquotienten. Oder welchen auch immer.

Wieviel Kategorisierung brauchen wir?


Es ist meiner Ansicht nach vollkommen überflüssig, alles messen und kategorisieren zu wollen. Wieviele Kategorien würden wir wohl brauchen, um die Vielfalt in unserer Gemeinschaft "messen" zu können? Zig? Hunderte? Würde das reichen? Die Zeit, der Aufwand und das Geld, das solche Bemühungen kosten würde, sollte in Bildungs- und Arbeitssysteme gesteckt werden, die der Individualität des Menschen Rechnung tragen. So dass nicht wertvolle Talente verloren gehen, weil sie in einem defizitär-orientierten genormten Bildungssystem gar nicht abgerufen werden können. Die meisten unserer Kinder haben bereits vor der Einschulung "gelernt", ihre wahren Talente zu verstecken und zu unterdrücken.
Der Fokus liegt oft mehr auf einer Legastenie oder auf einem Aufmerksamkeits-Defizit als darauf, dass dieses Kind vielleicht einen besonderen Draht zu Pflanzen hat und irgendwie versteht, was sie brauchen. Oder dass dieses Kind in seinem Spiel und in seiner Fantasie bereits ganze Städte plant und soziale Konzepte entwickelt. 

Wie auch Patrick Ziemmerschied in seinem Artikel schreibt, stelle auch ich mir die Frage, warum im Bildungssystem einem Kind mit Lese-Rechtschreib-Schwäche besondere Nachsicht entgegengebracht werden sollte und einem Kind mit einer anderen sogenannten "Benachteiligung" nicht, wie beispielsweise eine niedrigere Intelligenz oder eine Hochsensibilität oder eine sich heruaskristallisierende Homosexualität. Kein Mensch kann etwas für seine Veranlagung, es ist vollkommen normal, und es wird immer Menschen mit unterschiedlichen Intelligenzen und Konditionierungen geben. Es braucht keine Sonderbehandlung für einzelne Schüler, sondern ein Bildungssystem, dass unserer menschlichen Vielfalt gewachsenen ist. Hierzu braucht es ein Umdenken auf breiter Ebene, das ist keine Bildungsfrage sondern eine Frage der Meinung und der Überzeugung eines und einer Jeden von uns. 
Erst wenn wir aufhören, von unserem individuellen Denken und Verhalten automatisch auf andere zu schließen, werden wir bereit sein, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist. 

Denken in einer anderen Dimension


Solch ein Denken würde unsere Gemeinschaft positiv verändern und auch ein komplett anderes Bildungssystem hervorbringen. Ein Bildungssystem, in dem alle Menschen ihren Platz und ihre Entfaltung und Förderung finden. Auch Legastheniker, auch Hochsensible, auch Hochbegabte, Autisten, Asperger, körperlich Eingeschränkte, Hyperaktive, Zurückhaltende und Schüchterne, Impulsive, Nachdenkliche, Hochleister, Niedrigleister, strukturiert Denkende, kreativ Denkende, Homosexuelle, kulturell anders Geprägte, Mädchen, Jungs, und auch all diejenigen, die wir heute und vermutlich auch in Zukunft nicht wirklich kategorisieren werden können :-)


Oder wie sehe Sie das? Schreiben Sie mir gerne Ihre Kommentare!


Mit Freude und Respekt, Ihre Businesskünstlerin Mona Suzann Pfeil





Dienstag, 12. April 2016

Auf den Hund gekommen – durch Hundeskanzlerin Angela Merkel

Zuallererst möchte ich mich bei allen Hunden entschuldigen, dass ich mich ihrer Gattung bediene, um meinem Frust und Ärger Luft zu machen. Ich habe viel zu großen Respekt vor Tieren und auch vor Hunden, also bitte liebe Hunde: nicht persönlich nehmen.

Vor wem ich jedoch in diesen Tagen wirklich den Respekt verloren habe, ist Angela Merkel - in einem FacebookPost versehentlich von mir als Hundeskanzlerin bezeichnet. Es war ein Verschreiberling, im Moment des postens wurde mir dieser gegenwärtig und ich bin sogar etwas erschrocken. Im nächsten Moment jedoch empfand ich eine gewisse Stimmigkeit mit dieser ungewollten “Amtsverleihung” und ich ließ es einfach so stehen.

Ja, es könnte sogar lustig sein, wenn mir das Lachen nicht im Halse stecken bleiben würde. Ich mache kein Geheimnis daraus: ich habe Angela Merkel immer sehr geschätzt und fühlte mich von ihr als Bürgerin gut vertreten, auch wenn sie leider der falschen Partei angehört. Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, Frau Merkel passt irgendwie in gar keine Partei so wirklich, und rückblickend denke ich, es war genau das, was mir an ihr gefiel. Sie entschied völlig unabhängig vom Parteibuch und hatte deshalb oft ihre eigenen Leute nicht geschlossen hinter sich. Eine starke Frau, die das in Kauf nimmt. Einfach das macht, was sie für richtig hält, was Ihre Intuition ihr sagt. Intuition ist DAS Führungs-Tool Nummer 1 und Angela Merkel verfügte darüber. Vielleicht verfügt sie auch noch darüber. Aber dann frage ich mich doppelt: warum lässt sie sich dann von Recep Tayyip Erdogan an die Leine nehmen und vorführen?

Seit dem aktuellen Buch ‘Hundeverstand’ des Zoologen John Bradshaw wissen wir, dass der Hund - nach Zehntausenden Jahren Zucht - die Nähe zum Menschen einem Wolfsrudel vorziehen würde. Der Hund fühlt sich dem Menschen verbunden, er will ihm gefallen und den Menschen verstehen - das ist sein Schicksal. Die menschliche Familie ist ihm zum Ersatzrudel” geworden, so in einem Presseartikel vom 16.09.2012 auf dieWelt.de.

Sucht Frau Merkel nun auch die Nähe Erdogans, um ihm zu gefallen? Inwieweit fühlt sie sich ihm verbunden? Das mit dem “Ersatzrudel” führe ich nicht weiter aus, in Anbetracht unserer deutschen und Angela Merkels persönlicher Vergangenheit geht das dann wohl doch zu weit…


In der modernen Hundeverhaltensforschung weiß man heute, dass ein anhänglicher Hund leichter trainierbar ist.


Wie anhänglich ist Frau Merkel geworden? Oder sollten wir doch lieber wieder die alte Schule des Hundetrainings von 1910 heranziehen, in der der preußische Polizeibeamte Oberst Konrad Most meinte, dass der Mensch den Hund nur dann kontrollieren könne, wenn der Hund von der körperlichen Überlegenheit des Menschen überzeugt sei? Weil die Biologen damals davon ausgingen, dass jedes Rudel von einem einzigen Wolf despotisch dominiert werde, der die anderen Wölfe streng und durch Furcht beherrscht... Aber nein, so etwas würde doch ein eigentlich demokratisch eingestellter Hundehalter vom Bosporus doch gar nicht wollen und außerdem hat die moderne Hundeverhaltensforschung dies alles in den letzten zehn Jahren ja auch widerlegt.

Trotzdem ist mir eines noch nicht ganz klar und ich muss wieder dieWelt.de zitieren: Wenn Wölfe keine Despoten sind, warum sollten dann Hunde ihre Hundehalter dominieren wollen? Oder Hundehalter Ihnen Hund?

Frau Merkel hat mir als einsame Wölfin besser gefallen, als jetzt mit ihrer Hundespolitik und mit einer zwangsweisen politischen Rudelbildung der Bundesrepublik Richtung Türkei – die mir Sorgen bereitet. Frau Merkel möge es mir verzeihen, dass ich ich sie hier als Hündin bezeichne. Viel schlimmer noch finde ich jedoch die Vorstellung eines Recep Tayyip Erdogan als Hunderudelhalter der Hundesrepublik Deutschland. Oder ist es ganz anders, als ich denke? Dominiert am Ende doch die schlaue Hündin den alternden Hundehalter, der unter einem gewissen Realitätsverlust leidet? Oder stecken Angie und Erdo am Ende unter einer Hundedecke und dominieren uns alle? Und wir haben es nur noch nicht gemerkt??? Wer dominiert hier wen, das ist die große Frage. Eines ist jedenfalls klar, auch wenn es vermutlich das einzig Schöne an der ganzen Sache ist: der Mensch ist vom Hund kaum mehr zu unterscheiden.


Wie auch immer dieser Dressur-Akt ausgeht, als Nation sind wir ganz schön auf den Hund gekommen.


Auch wenn ich den heutigen Biologen glaube möchte, dass ein Hund niemanden bewusst dominieren will, weder den Menschen noch andere Hunde. Und dass ein Hund nicht um Macht oder eine höhere Position in der Rangordnung rauft, sondern um Futter, um Spielzeug oder um eine Hündin...

Womit auch das – für Hundeskanzlerinnen typische – herum-merkeln erklärt wäre: die Hündin lässt raufen.

Mit Freude und Respekt, Mona Suzann Pfeil


PS: Hoffentlich bekomme ich jetzt keine Anzeige von Herrn Erdogan.

Freitag, 8. April 2016

Meine 'EnglishKissAwakeWeek' – Ein Selbstversuch: Wieviel Englisch schaffe ich in einer Woche?




Es war offentsichtlich: im Laufe der Jahre waren meine Englischkenntnisse immer mehr geschrumpft, die Gelegenheiten, englisch zu sprechen, waren nicht gerade üppig. Und um ehrlich zu sein, habe ich in letzter Zeit dann auch einen großen Bogen um alles Englisch-sprachige gemacht. All die Links zu interessanten Filmen, Presseartikeln oder Homepages, die mir empfohlen wurden, habe ich einfach ignoriert, denn ich war mir sicher: ich verstehe sowieso nichts.
Wie schade, was mir da alles entgangen ist! 
Also habe ich beschlossen, das will ich ändern. 



Ich habe mir eine Woche Zeit genommen, um nur Englisch zu lernen, mich auf die Sprache zu konzentrieren, richtig darin einzutauchen und mich in Englisch zu suhlen!







Dank meiner guten Kontakte zur örtlichen Presse bin ich an das sympathische Ehepaar Skinner gelangt, hier in der schnuckeligen Marbacher Innenstadt, beide Muttersprachler und - was für ein Glück - Englischlehrer! ‘The English Society’, wie die beiden sich nennen, hat mein Selbststudium nach Kräften mit Supervising und professionellem Feedback unterstützt.

Nun hängen im ganzen Haus kleine PostIt-Zettel mit englischen Wörtern drauf und mein Mann ist vorrübergehend mit einer englischen Frau verheiratet.
Nach 3 Tagen meldete ich mich am Telefone versehentlich auf englisch und in der Nacht des vierten Tages träumte ich in englisch! 
Ich hatte riesigen Spaß am Lernen und habe es noch, denn ich bleibe dabei. Auch wenn ich manches in dieser Woche nicht geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe, fühle ich mich doch der englischen Sprache nun auf wunderbare Weise sehr verbunden. 

Das "Fremde" hat seinen Schrecken verloren. Ich grusle mich jetzt nicht mehr davor. Im Wissen, dass ich nicht perfekt zu sein brauche, rede ich einfach darauf los, ohne Bedenken. Ich schaue englischsprachige Filme an und lese englische Presse - das allerdings ist eine echte Herausforderung! Apropos Herausfordung: Als Ziel und Highlight meiner EnglishKissAwakeWeek werde ich am kommenden Donnerstag vor den Studenten der ‘English Society’ einen Fachvortrag mit anschließender Diskussonsrunde halten: ‘And What About Sensitivity In Business And Society?’ - also über ein mir durchaus vertrautes Thema, aber eben jetzt auf englisch - Lampenfieber inklusive :-)


Ich werde berichten, wie ich mich geschlagen habe!




Falls ich Euch jetzt motiviert habe, auch Eure eingeschlafenen Sprachkenntnisse wachzuküssen würde es mich freuen! Ich jedenfalls habe schon ein französisches KissAwake im Visier, in Verbindung mit einem anstehenden Frankreichaufenthalt im Familienkreis. 





Es gibt noch so viele schöne Sprachen zum Lernen! Packen wir sie an! 


Eure Mona Suzann Pfeil

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My 'EnglishKissAwakeWeek'

A self-experiment: How much English going on in one week?




My English skills had been shrunk through the years, that’s the bitter truth. Actually, the opportunities had been less. And - to be honest - I also gave all what’s been English-spoken and English-written a wide berth. All the links to interesting films, press contents or home pages, I was recommended, I simply ignored. I was sure: I wouldn’t understand anything, anyway.

What a pitty! What have I missed!
So I decided: this I’m gonna change.


I dedicated one week for improve and focus on my English, I really dived and rolled into the English.



Thanks to my good contacts to the local press the Skinners were recommended to me, a sympathethic couple here downtown lovely Marbach, both native speakers, and - what a luck - English teachers! 'The English Society' – as they both named – supported me best and accompanied my self study with supervising and professional feedback.

Now all over the house are sticking small paper slips with English words and termes written on. And my husband is temporarily married with an English woman. Three days had been gone when I took the phone in English, and in the night of the fourth day I dreamed in English! 

I had so much joy of learning and still have it - I keep going on. Though I have not done everything I wanted, finally I feel now connected to the english language in a wonderful way. The "strange" no longer frightens me. In the know, not having to be perfect, I just talk, and I don’t fear it any longer. I enjoy watching English movies or reading the press - though especially the press is a real challenge! 

Ich hatte riesigen Spaß am Lernen und habe es noch, denn ich bleibe dabei. Auch wenn ich manches in dieser Woche nicht geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe, fühle ich mich doch der englischen Sprache nun auf wunderbare Weise sehr verbunden. Das "Fremde" hat seinen Schrecken verloren. 


Apropos challenges: as a result and highlight of my EnglishKissAwakeWeek I’m going to give a lecture and discuss with the students of ‘The English Society’ at next Thursday, the theme: ‘And What About Sensitivity In Business And Society?’ - this theme is quite familiar to me, but now just in english - stage fright included :-)

I’m going to report if I did it…



Maybe I did motivate you now to kiss awake your sleeping linguistic skills, I would be happy about that! Me, I decided to realize a French KissAwakeWeek, in July, even with a trip to France and a get together with the French part of our family.
There are still so many beautiful languages! Let’s study them! 



Yours, Mona Suzann Pfeil