Dienstag, 12. April 2016

Auf den Hund gekommen – durch Hundeskanzlerin Angela Merkel

Zuallererst möchte ich mich bei allen Hunden entschuldigen, dass ich mich ihrer Gattung bediene, um meinem Frust und Ärger Luft zu machen. Ich habe viel zu großen Respekt vor Tieren und auch vor Hunden, also bitte liebe Hunde: nicht persönlich nehmen.

Vor wem ich jedoch in diesen Tagen wirklich den Respekt verloren habe, ist Angela Merkel - in einem FacebookPost versehentlich von mir als Hundeskanzlerin bezeichnet. Es war ein Verschreiberling, im Moment des postens wurde mir dieser gegenwärtig und ich bin sogar etwas erschrocken. Im nächsten Moment jedoch empfand ich eine gewisse Stimmigkeit mit dieser ungewollten “Amtsverleihung” und ich ließ es einfach so stehen.

Ja, es könnte sogar lustig sein, wenn mir das Lachen nicht im Halse stecken bleiben würde. Ich mache kein Geheimnis daraus: ich habe Angela Merkel immer sehr geschätzt und fühlte mich von ihr als Bürgerin gut vertreten, auch wenn sie leider der falschen Partei angehört. Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, Frau Merkel passt irgendwie in gar keine Partei so wirklich, und rückblickend denke ich, es war genau das, was mir an ihr gefiel. Sie entschied völlig unabhängig vom Parteibuch und hatte deshalb oft ihre eigenen Leute nicht geschlossen hinter sich. Eine starke Frau, die das in Kauf nimmt. Einfach das macht, was sie für richtig hält, was Ihre Intuition ihr sagt. Intuition ist DAS Führungs-Tool Nummer 1 und Angela Merkel verfügte darüber. Vielleicht verfügt sie auch noch darüber. Aber dann frage ich mich doppelt: warum lässt sie sich dann von Recep Tayyip Erdogan an die Leine nehmen und vorführen?

Seit dem aktuellen Buch ‘Hundeverstand’ des Zoologen John Bradshaw wissen wir, dass der Hund - nach Zehntausenden Jahren Zucht - die Nähe zum Menschen einem Wolfsrudel vorziehen würde. Der Hund fühlt sich dem Menschen verbunden, er will ihm gefallen und den Menschen verstehen - das ist sein Schicksal. Die menschliche Familie ist ihm zum Ersatzrudel” geworden, so in einem Presseartikel vom 16.09.2012 auf dieWelt.de.

Sucht Frau Merkel nun auch die Nähe Erdogans, um ihm zu gefallen? Inwieweit fühlt sie sich ihm verbunden? Das mit dem “Ersatzrudel” führe ich nicht weiter aus, in Anbetracht unserer deutschen und Angela Merkels persönlicher Vergangenheit geht das dann wohl doch zu weit…


In der modernen Hundeverhaltensforschung weiß man heute, dass ein anhänglicher Hund leichter trainierbar ist.


Wie anhänglich ist Frau Merkel geworden? Oder sollten wir doch lieber wieder die alte Schule des Hundetrainings von 1910 heranziehen, in der der preußische Polizeibeamte Oberst Konrad Most meinte, dass der Mensch den Hund nur dann kontrollieren könne, wenn der Hund von der körperlichen Überlegenheit des Menschen überzeugt sei? Weil die Biologen damals davon ausgingen, dass jedes Rudel von einem einzigen Wolf despotisch dominiert werde, der die anderen Wölfe streng und durch Furcht beherrscht... Aber nein, so etwas würde doch ein eigentlich demokratisch eingestellter Hundehalter vom Bosporus doch gar nicht wollen und außerdem hat die moderne Hundeverhaltensforschung dies alles in den letzten zehn Jahren ja auch widerlegt.

Trotzdem ist mir eines noch nicht ganz klar und ich muss wieder dieWelt.de zitieren: Wenn Wölfe keine Despoten sind, warum sollten dann Hunde ihre Hundehalter dominieren wollen? Oder Hundehalter Ihnen Hund?

Frau Merkel hat mir als einsame Wölfin besser gefallen, als jetzt mit ihrer Hundespolitik und mit einer zwangsweisen politischen Rudelbildung der Bundesrepublik Richtung Türkei – die mir Sorgen bereitet. Frau Merkel möge es mir verzeihen, dass ich ich sie hier als Hündin bezeichne. Viel schlimmer noch finde ich jedoch die Vorstellung eines Recep Tayyip Erdogan als Hunderudelhalter der Hundesrepublik Deutschland. Oder ist es ganz anders, als ich denke? Dominiert am Ende doch die schlaue Hündin den alternden Hundehalter, der unter einem gewissen Realitätsverlust leidet? Oder stecken Angie und Erdo am Ende unter einer Hundedecke und dominieren uns alle? Und wir haben es nur noch nicht gemerkt??? Wer dominiert hier wen, das ist die große Frage. Eines ist jedenfalls klar, auch wenn es vermutlich das einzig Schöne an der ganzen Sache ist: der Mensch ist vom Hund kaum mehr zu unterscheiden.


Wie auch immer dieser Dressur-Akt ausgeht, als Nation sind wir ganz schön auf den Hund gekommen.


Auch wenn ich den heutigen Biologen glaube möchte, dass ein Hund niemanden bewusst dominieren will, weder den Menschen noch andere Hunde. Und dass ein Hund nicht um Macht oder eine höhere Position in der Rangordnung rauft, sondern um Futter, um Spielzeug oder um eine Hündin...

Womit auch das – für Hundeskanzlerinnen typische – herum-merkeln erklärt wäre: die Hündin lässt raufen.

Mit Freude und Respekt, Mona Suzann Pfeil


PS: Hoffentlich bekomme ich jetzt keine Anzeige von Herrn Erdogan.

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